Wolfgangkirche-Hoheneck
evangelische Kirchengemeinde Ludwigsburg-Hoheneck

Gott bäckt Brot

Gott backt Brot?

So übersetzt den Aufdruck auf der Brottüte, wer (wie ich) kein Schwedisch kann.

Im Sommerurlaub ist mir und anderen diese falsche Übersetzung in den Sinn gekommen;
und sie hat mich jetzt zum Nachdenken angeregt im Rückblick auf das Erntedankfest, das wir vor kurzem gefeiert haben.


„Gott backt Brot“ – natürlich nicht!


Das weiß doch jedes Kind, dass Brot vom Bäcker gebacken wird (oder im Brotbackautomat); und dass das Korn in der Mühle gemahlen wird, nachdem
es vom Mähdrescher geerntet wurde;
und dass es der Landwirt war, der es ausgesät hat.


Gott backt Brot? Nein, natürlich nicht.


Aber ist einfach selbstverständlich, dass wächst und gedeiht, was zum Brotbacken nötig ist; dass blüht und reift, was wir zum Leben brauchen?
Das Erntedankfest erinnert uns daran, dass wir all das nicht „machen“ können.
Wir können bestenfalls daran mitarbeiten, dass aus Korn Brot und aus Trauben Wein wird.

In einem Lied von Matthias Claudius heißt es:

„Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land,
doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand:
der tut mit leisem Wehen sich mild und heimlich auf
und träuft, wenn heim wir gehen, Wuchs und Gedeihen drauf.
Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn, drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm,
dankt und hofft auf ihn!“

Das Erntedankfest wird uns aber, neben dieser Erinnerung, auch zu einer
Mahnung im doppelten Sinn:
Gott lässt wachsen und gedeihen, was wir zum Leben brauchen; das fordert uns heraus, verantwortungsbewusst mit dem umzugehen, was uns anvertraut ist. Umweltschutz, Bewahrung der Schöpfung ist eine immer neue Herausforderung.
Wir als Verbraucherinnen und Verbraucher haben es in der Hand, welche Lebensmittel wir
bereit sind zu kaufen und welche nicht!
Gott lässt wachsen und gedeihen, was wir zum Leben brauchen; das fordert
uns heraus, uns nicht damit abzufinden, dass es Länder gibt in dieser Welt, in denen Menschen das Nötigste zum Leben fehlt.
Gerechtigkeit ist eine bleibende Herausforderung. Es kann und darf nicht so bleiben, dass
auf unserer Erde, die so viele Schätze hervorbringt, Menschen verhungern.

Gott backt Brot? Nein, das nicht.

Aber
er will, dass alle satt werden; dass wir genug haben zum Leben – so viel,
dass wir davon abgeben können!
Aber nun, zu guter Letzt: Was steht denn jetzt wirklich auf der Brottüte?

Ganz einfach: „Gut gebackenes Brot“!


Es grüßt Sie Ihr Pfarrer

Matthias Bauschert

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